Herbst-Treffen vom 7. – 9. Oktober 2022 in Berlin

Wir freuen uns sehr, Sie zum Herbst 2022 wieder einmal ins immer interessante Berlin einladen zu dürfen.
Bitte melden Sie sich bis spätestens zum 9. September 2022 unter dem Stichwort „EUCOPRIMO“ direkt beim Abakus Tierpark Hotel in Berlin an:

Abakus Tierpark Hotel
Franz-Mett-Str. 3-9
10319 Berlin

Telefon: 030-5162 787
Fax: 030-5162 599
e-mail: (Aktiviere Javascript, um die Email-Adresse zu sehen)

Ansprechpartner vom Hotel: Herr Mirko Kruszona

Die persönliche Reservierung kann bis 48 Stunden vor Anreisetermin kostenfrei storniert werden.
Die Anmeldeunterlagen und das Programm wurden mit dem Primitivgeldsammler Heft 1/2022 versendet.

Noch ein Hinweis bezüglich Gäste:
Wir freuen uns über jeden Gast, der die EUCOPRIMO näher kennenlernen möchte, bitten zuvor aber um Kontaktaufnahme mit dem Vorstand.

„shell rings“ aus den Torricelli Bergen im Nordwesten von Papua Neuguinea und die Geschichte der „Lumi stick rings“ oder „Lumi money sticks“

Verpflichtende Zitierweise. Obligatory citation. Citation obligatoire. Citazione obbligatoria. Citacion obligatoria. Citação obrigatoria. Verplichte aanhaling. obowiazkowy cytat: Rabus, Bernhard (2022): „Shell rings“ from the Torricelli Mountains in the northwest of Papua New Guinea - and the story of the „Lumi stick rings“ or "Lumi money sticks“. Primitivgeldsammler 43/1, pp. 18-28.

„shell rings“ aus den Torricelli Bergen im Nordwesten von Papua Neuguinea und die Geschichte der „Lumi stick rings“ oder „Lumi money sticks“

„shell rings“ from the Torricelli Mountains in the northwest of Papua New Guinea
and the story of the „Lumi stick rings“ or „Lumi money sticks“
„anneaux de coquillages“ des montagnes Torricelli au nord-ouest de la
Papouasie-Nouvelle-Guinée
et l‘histoire des „Lumi stick rings“ ou „Lumi money sticks“

Bernhard Rabus

Seit fast zwei Jahrzehnten werden Stäbe mit aufgezogenen Schnecken- und Muschelringen als „stick rings“ oder „money sticks“ angeboten. Als Herkunftsgebiet werden meist die Torricelli Berge (hauptsächlich Lumi) im äußersten Nordwesten von Papua Neuguinea, unmittelbar an den indonesischen Teil angrenzend, genannt (siehe Abb. 1 auf Tafel VIII). Zum ersten Mal kam ich mit solchen Stäben durch meinen Sammlerfreund Günter Kuhn in Berührung. Er hatte gerade zwei Exemplare in seine Sammlung aufgenommen als wir 2009 die Ausstellung „Geld ist was gilt“ in der Staatlichen Münzsammlung München vorbereiteten. Beide wurden ausgestellt und in den von uns gemeinsam verfassten begleitenden Katalog aufgenommen. Auf S. 89 sind sie abgebildet, die Beschreibung der Verwendung und Herkunft basierte auf einer Mitteilung des Informanten von Herrn Kuhn. Mir hatten schon damals fundierte Grundlagen zur Verwendung gefehlt und in den folgenden Jahren habe ich deshalb im Gespräch mit Günter Kuhn manchmal das ungute Gefühl geäußert, wir hätten mit unserem Katalog diese sticks zu Unrecht als Geldform salonfähig gemacht. Dieses Unbehagen hat mich nicht verlassen und auf meine alten Tage wollte ich der Sache doch noch auf den Grund gehen.

1. Schriftliche Quellen

Meine Enttäuschung war groß als ich eigentlich nur Kataloge und Verkaufsangebote fand, in denen diesen Stäben mit ihren Muschel- oder Schneckenringen eine Funktion alsTeil des Brautpreises zugewiesen wurde, ohne sie zu belegen. Selbst das umfangreiche Archiv von Herrn Prof. Dr. Denk brachte darüber hinaus keine Erweiterung.
Dann bin ich auf die Berichte der Patrol Officers des Territory of Papua and New Guinea vor der Selbständigkeit des Landes gestoßen. Die Durchsicht war eine mühsame Arbeit und die Beamten hatten ja in erster Linie

PGS 43,1 (2022) Tafel 8 Abb. 1: Papua Neuguinea - West Sepia Provinz

PGS 43,1 (2022) Tafel 8 Abb. 1: Papua Neuguinea – West Sepik Provinz – Sandaun – mit den Torricelli Bergen

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Barren aus Chiang Saen, eine Art Notgeld?

Verpflichtende Zitierweise. Obligatory citation. Citation obligatoire. Citazione obbligatoria. Citacion obligatoria. Citação obrigatoria. Verplichte aanhaling. obowiazkowy cytat: Menzel-Severing, Hans (2020): Barren aus Chiang Saen, eine Art Notgeld? Primitivgeldsammler 41/2, pp.55-60.

Barren aus Chiang Saen, eine Art Notgeld?

Hans Menzel-Severing

PGS 41,2 (2020) Tafel 27 Abb. 1: Gegossene Saen Silberbarren verschiedener Gewichtsstufen.

PGS 41,2 (2020) Tafel 27 Abb. 1: Gegossene Saen Silberbarren verschiedener Gewichtsstufen.
von oben nach unten
7,28 g = ½ baht
7,12 g = ½ baht
15,16 g = 1 baht
59,95 g = 4 baht
Die beiden ½ baht Barren kommen aus der Sammlung von Louis Gardener.

Einige Sammler und Händler thailändischer Geldformen erkennen die Barren von Chiang Saen (Tafel XXVII Abb.1), die unten beschrieben werden, nicht als Zahlungsmittel an, sondern betrachten sie als Phantasiegebilde. So führen Ronachai Krsadaolarn und Vasilijs Mihailovs (2012 / 2016) in ihren beiden Büchern keines dieser Stücke auf, und nur bei Michael Mitchiner (1979:354), Weber-Brosamer (1993:63) und Opitz (1991:96 und 2000:295f) sind sie zu finden. Hingegen widmet ihnen Louis Gardner (supplied by Paul Dillingham (1978) einen kurzen Artikel.)
„A few years ago a coin on a new and radically different type began to appear in the silvershops of Chieng Mai. A hoard of these coins had been discovered by the Yang tribes people in Northwest Thailand. The exact site may never be known both for reason of the inaccurancy of the information describing it but also due to the natu ral secrecy with which the tribes people guard their valuable find. The city is called „Ban Yang“ which in Thai means simply „the Yang vil- lage“. It is located somewhere in the rugged mountains of Me Hongsorn [Mae Hong Son, dazu Karte auf Tafel XXVII].The coins themselves are rectangular bars of impure silver.
Their shape is characterised by a slight rise or bump on the reverse side of the coins. Crystallisation indicates that these coins were cast in open molds. A complete set consists of six coins of the following sizes:
4 baht (60 grams); 3 baht (45 grams); 2 baht (30 grams); 1 baht (15 grams); 1/3 baht (5 grams); 1/6 baht 2,5 grams).
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Die Gewichtsgeldwirtschaft der Wikingerzeit

Verpflichtende Zitierweise. Obligatory citation. Citation obligatoire. Citazione obbligatoria. Citacion obligatoria. Citação obrigatoria. Verplichte aanhaling. obowiazkowy cytat: Klusmeier, Fritz (2020): Die Gewichtsgeldwirtschaft der Wikingerzeit. Primitivgeldsammler 41/1, pp.3-8.

Die Gewichtsgeldwirtschaft der Wikingerzeit

Fritz Klusmeier

Am 16. 7. 1999 wurden im Nordosten der schwedischen Insel Gotland drei Horte entdeckt, die nahe beieinander 20 bis 30 cm unter der Erdoberfläche lagen, „beneath the boarded floor of a Viking-age building“. (Oestergren S.326) Zwei der Horte enthielten Silbersachen, sie gehörten augenscheinlich zusammen, der dritte bestand aus Bronzeschrott (er ist nicht Gegenstand dieser Untersuchung).

Die beiden Silberschätze wogen zusammen 67 kg (27kg + 40 kg), sie sind damit die größten bekannten Silberschätze der Wikingerzeit. Oestergren beschreibt ihren Inhalt: „The silver artefacts range from the simplest raw material by way of coins, silver bars and spiral rings to finished products, such as finger-rings, bracelets and arm-rings. Every object can be regarded as currency, valued according to weight and silver content. Much of the material had been bundled together to form equal units of weight, corresponding with the Viking-age weight system in which one mark was equal to 200 g. […] Together the hoards comprise just over 14300 coins (ca. 17 kg), both complete and fragmented, and almost without exception Islamic. In addition, there are 486 arm-rings and bracelets, 25 finger-rings, c. 80 bars and a large quantity of spiral rings and other cut silver.” (S. 326 – Tafel I Abb.1a und b)

PGS 41,1 (2020) Tafel 1 Abb. 1a: Gotland Museum: Spillings-Silberhort 1.

PGS 41,1 (2020) Tafel 1 Abb. 1a: Gotland Museum: Spillings-Silberhort 1. (Foto W.carter. commons.wikimedia.org).

PGS 41,1 (2020) Tafel 1 Abb.1b: Gotland Museum: Spillings-Silberhort 2.

PGS 41,1 (2020) Tafel 1 Abb.1b: Gotland Museum: Spillings-Silberhort 2. (Foto W.carter. commons.wikimedia.org).

Abgesehen von wenigen Holzresten wurden keine Überbleibsel von Schatzbehältnissen gefunden; der kleinere Teilschatz war augenscheinlich in einem Sack vergraben worden, der vorher Salz enthalten hatte: So ist zu erklären, dass die Objekte z.T. korrodiert sind (Silberchlorid).
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Herbst-Treffen 12.-14. Oktober 2018 in Leipzig

pentahotel Leipzig
Großer Brockhaus 3, 04103 Leipzig, Deutschland
Kontakt:
Tel.: +49 341 12 92 109 – Fax: +49 341 12 92 125

https://www.pentahotels.com/de-DE/destinations/europe/germany/leipzig/

Anmeldung bitte direkt beim Hotel. Unbedingt auf die Teilnahme an der EUCOPRIMO Tagung hinweisen. Zimmer sind nur garantiert bei einer Buchung vor dem

31. August 2018.

Verlängerungstage vor und nach dem Treffen sind nicht garantiert, aber bei rechtzeitiger Buchung möglich.

 

Imun – ein altes Zeremonialgeld der nordwestlichen Salomonen

Verpflichtende Zitierweise. Obligatory citation. Citation obligatoire. Citazione obbligatoria. Citacion obligatoria. Citação obrigatoria. Verplichte aanhaling. obowiazkowy cytat: Reiter, Frank (2018): Imun – ein altes Zeremonialgeld der nordwestlichen Salomonen. Primitivgeldsammler 39/1, pp.5-8.

Imun – an old ceremonial money of the northwest Solomon Islands.

Imun – une ancienne monnaie cérémonielle de Îles Salomon.

Frank Reiter

Auf den nordwestlichen Inseln der Salomonen – Buka, Bougainville und Nissan – hat sich eine Geldform entwickelt, die sonst nirgends im pazifischen Raum zu finden ist.

PGS 39,1 (2018) Tafel 3: Karte Papua Neuguinea Buka, Bougainville Nissan

PGS 39,1 (2018) Tafel 3: Karte Papua Neuguinea Buka, Bougainville Nissan

Es handelt sich um ein altes Zahngeld, das in zwei Arten vorkommt, die sich lediglich durch die Art der Zähne unterscheiden, sonst aber völlig gleich sind. Eine Art besteht aus den spitzen oberen Eckzähnen des Flughundes (“flying fox”) der Gattung Pteropus[1], die andere aus den stumpfen, am Ende leicht gebogenen Tümmler- bzw. Delphinzähnen[2]

PGS 39,1 (2018) Tafel 3 Abb. 1a: imun mit Delphinzähnen, Abb. 1b: imun mit Pteropus Zähnen.

PGS 39,1 (2018) Tafel 3 Abb. 1a: imun mit Delphinzähnen, Abb. 1b: imun mit Pteropus Zähnen.

Blackwood (1935, Tafel 67) nennt beide Geldarten je nach Sprachgruppe auf Buka imun oder paio. Parkinson (1907 S.494) gibt an, dass im nördlichen Teil von Bougainville das Flughundzahngeld reki, das Delphinzahngeld baiu genannt wird.

Vor fast 40 Jahren erhielt ich ein vollständiges Exemplar des Flughundzahngeldes (Abb.2a) von Nahis Bohon, einem Einheimischen aus dem Dorf Gagan, (Solos-Sprachgruppe) auf Buka[3].

PGS 39,1 (2018) Tafel 4 Abb. 2a: imun mit Pteropus Zähnen.

PGS 39,1 (2018) Tafel 4 Abb. 2a: imun mit Pteropus Zähnen.

Es ist insgesamt 224 cm, der mit Zähnen besetzte Teil 216 cm lang. Bei diesem Geldstrang sind ca. 500 Flughundezähne einzeln im Abstand von 4 – 5 mm zwischen zwei Pflanzenfasern gedrehten Strängen eingefügt[4]. In den Zwischenräumen sind die beiden Faserstränge mit ganz dünner Pflanzenfaserschnur fortlaufend fest umwickelt, wobei auch die Zähne mit umschlungen sind, so dass sie festen Halt haben (Abb.4)

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